EBERHARD MEIER

Aktuelles


Schlüsselszenen

Der neue Roman "Schlüsselszenen" ist veröffentlicht!

Beim Berliner Verlag epubli ist mein neuer Roman erschienen. Unter der Bestellnummer ISBN 978-3-7375-5514-2 kann das 305 Seiten starke Buch für 16,50 € beim Verlag direkt oder in jeder Buchhandlung erworben werden.

Und davon handelt der Roman:
Voller Skepsis fährt der Hamburger Kaufmann Thomas Weber nach Wroclaw, um für seinen Verlag die Vertragsverhandlungen für den Bau eines Distributionszentrums zu führen. Er lernt die polnische Lehrerin Katarzyna Wieczorek kennen. Diese verliebt sich in ihn und ruft dadurch ihren eifersüchtigen Freund Henryk Wróbel auf den Plan, der sie und ihren "Freund" umzubringen versucht. Im Untersuchungsgefängnis begeht er Selbstmord. Zwischenzeitlich sind die Verhandlungen mit den Vertretern der Stadt zum erfolgreichen Abschluss gekommen. Einen großen Anteil daran hat Frau Dr. Magdalene Pawelka, die bildhübsche und intelligente Justitiarin der Verwaltung. Was zwischen ihr und dem deutschen Verlagsmitarbeiter als amouröses Abenteuer beginnt, endet anders als von ihm erhofft. Zuhause in Hamburg geht die Ehe mit seiner Frau Birgit in die Endphase. Seine Tochter Paula bleibt bei ihm und zieht mit ihm nach Wroclaw, wohin er als Projektleiter zurückkehrt. Doch trotz vorhandener Akzeptanz durch die Familie Katarzyna Wieczoreks entstehen ungeahnte Spannungen. Am Ende kommt alles anders als erwartet.

Natürlich ist der Roman eingebettet in den historischen Kontext des deutsch-polnischen Verhältnisses. Die Vergangenheit ist für das Verstehen der Gegenwart von großer Bedeutung, sie ist auch wichtig für die Bewältigung zukünftiger Aufgaben.


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Bewerbung als Stadtschreiber von Breslau

Breslau wird 2016 Europäische Kulturhauptstadt. Die Bundesregierung hat dafür die Stelle eines Stadtschreibers ausgeschrieben. Verantwortlich ist das Deutsche Kulturforum östliches Europa mit Sitz in Potsdam.

Ich habe mich um die Stelle mit folgender Begründung beworben:

Meine Gründe, mich als Stadtschreiber von
Breslau/Wroclaw 2016 zu bewerben
Januar 1945 Meine Großeltern mütterlicherseits fliehen mit meiner Mutter und anderen Verwandten vor der vorrückenden Roten Armee aus ihrem Heimatort Haynau, heute Chojnów, in Niederschlesien und sehen vom Gebirge aus das brennende Dresden.
Meine Oma mütterlicherseits stirbt aufgrund der Strapazen der Flucht
Ein mir unbekannter Onkel, Bruder meiner Mutter, muss in der von Hitler zur Festung erklärten Stadt Breslau bleiben und fällt im Kampf um die Stadt.
Durch den 2. Weltkrieg verliert meine Mutter drei ihrer sieben Brüder
Februar 1946 In Haynau werden wie überall im ehemaligen Schlesien vertriebene Ostpolen aus den von der UdSSR annektierten Gebieten angesiedelt. Mein Großvater muss mit seinen Kindern, Schwiegertöchtern und Enkeln die Heimat verlassen und kommt nach Bad-Salzdetfurth in Niedersachsen
Juni 1946 Mein kriegsverletzter Vater wird aus der Gefangenschaft entlassen und kehrt heim
April 1966 Mein Vater verstirbt an den Spätfolgen einer Kriegsverletzung. Ich bin 16 Jahre alt.
Dezember 1970 Kniefall von Bundeskanzler Willy Brandt am Denkmal zur Erinnerung an den Ghettoaufstand in Warschau. Für mich ist und bleibt das ein ins Gedächtnis gebranntes Bild – ein Symbol der Bitte um Vergebung für die Grausamkeiten, die im deutschen Namen geschehen sind.
November 1993 Fahrt mit einem Bus von Hannover nach Brzeg Dolny. Ich bin Mitglied einer Delegation von Schulleitern und Schulaufsichtsbeamten, die den Auftrag hat, Kontakte zwischen niedersächsischen und polnischen Schulen aufzubauen, um Partnerschaften entstehen zu lassen.
StadtansichtErster Besuch der Stadt Wroclaw.
Auf dem Weg nach Krakau machen wir einen Zwischenstopp in Czestochowa und besichtigen das Paulinerkloster auf dem Jasna Gora.
Erster Besuch in Krakau. Beeindruckend sind der Marktplatz mit der Vielzahl historischer Gebäude, der Wawel und das Quartier Kazimierz, das jüdische Viertel.
Auschwitz. Die Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben der Menschen wurde mir bei unserem Besuch des KZ Auschwitz und des Vernichtungslagers KZ Birkenau mit ganzer Wucht deutlich. Ich möchte gar nicht die Einzelheiten der Eindrücke aufzählen, die es alle wert sind, genannt zu werden und sich zu einem Bild des Grauens zusammenfügen. Für mich war der Besuch der beiden KZ ein Schlüsselerlebnis, das mein politisches und berufliches Handeln veränderte.
Ich hatte das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein, als ich das Lagertor mit der Inschrift "Arbeit macht frei" durchschritt.
Auschwitz

Mir war schwindelig, als ich in den Kammern die aufbewahrten Koffer mit den Namen der ermordeten Häftlinge sah.

Auschwitz

Mir versagte die Stimme, als ich in Auschwitz-Birkenau den Wachturm am Lagertor bestieg und einen Blick auf das Lager hatte, wie ihn sonst nur die SS-Wachmannschaften besaßen.

Auschwitz

Ich ging in Tränen erstickt die Bahngleise entlang, auf denen die Züge eingerollt waren, die die Häftlinge aus allen Teilen Europas in den Tod brachten.

Auschwitz

Ich machte Halt an jener Stelle, an der SS-Leute mit dem Daumen anzeigten, ob jemand sofort oder erst nach Ausbeutung der Arbeitskraft ermordet werden sollte.

Auschwitz

Ich brach zusammen, als ich vor den Ruinen der Verbrennungsöfen eine Gruppe junger jüdischer Menschen Klagelieder spielen hörte.

Auschwitz

Ich ging den Weg vom Lagereingang über die Bahngleise zu den Verbrennungsöfen allein. Ich war allein mit meiner Trauer über das, was hier im deutschen Namen passierte. Ich schämte mich stellvertretend für die Menschen, die dieses Morden negierten oder verharmlosten. Ich war wütend auf den deutschen Staat der Nachkriegsjahre, weil er die Mörder und deren Handlanger und willfährige Unterstützer deckte. Ich wurde erdrückt von dem Leid, das die Menschen hier ertragen mussten und das in dieser Situation, im November 1993, für mich physisch spürbar war.

November 1996 Zweiter Besuch in Wroclaw
Die Stadt entwickelt sich – nur wir sind im Hotel "Saigon" untergebracht!
Kontaktaufnahme mit der Schulleiterin der Szkola Podstawowa Nr. 63
Mai 1999 Beginn des ersten Comenius-Projekts mit der Schule Nr. 63 in Wroclaw und der Scuola Elementare "Giacomo Leopardy" in Grado (Italien)
Thema: Unsere Stadt im Jahr 2000
Mai 2000 Die Scuola Elementare "S. Domenico Savio" aus Barletta (Italien) stößt zum Projekt
Mai 2004 Die Church of England Primary School in Upton St. Leonards in Gloucester (England) nimmt am Projekt teil
Thema: Childhood in our countries
Oktober 2006 Die Grundschule Husova in Liberec arbeitet im Projekt mit. Thema: Bridges
September 2012 Die Grundschule Colegio E.I.P.Maestro Rafael Carballar in Higuera de la Sierra in Andalusien (Spanien) wird als Projektpartner gewonnen
Mai 1999 bis
Juni 2015
Zwölf dienstliche und fünf private Besuche in Wroclaw
Fahrten nach Zakopane, Warschau, Boleslawiec, Kreisau, Schweidnitz
Mai 2006 Tagung in Krakau auf Einladung des Goetheinstituts
Thema: Deutsch-Polnische Partnerschaften
April 2003 Aufnahme eines bilateralen Projekts mit der Szkola Podstawowa Nr. 13 in Czestochowa
Unterstützung vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk
Dreimal waren Klassen der Grundschule Moritzberg in Hildesheim zu Besuch in Czestochowa, dreimal waren polnische Schülerinnen und Schüler Gast in Hildesheim
2014 bis 2015 Ich schreibe den Roman "Schlüsselszenen".

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Der Roman "In jenen Nächten" ist als Ebook (ISBN: 978-3-7380-1657-4)
z.B. bei neobooks oder amazon erhältlich.
Weitere Anbieter sind apple, libreka, ciando, txtr, libri, pageplace,
thalia, bertelsmann, weltbild, bücher.de, fnac und e-reader.ch.

Sie können das Buch auch als Druckversion mit Softcover
beim Verlag epubli Berlin für 12,50 €
erhalten.
(ISBN: 978-3-7375-3529-8)

"In jenen Nächten"

In jenen Nächten

Gegen den Abteilungsleiter des Hamburger Medienunternehmens Messages for Media, Jan Mommsen, wird von einer Gruppe um seine Stellvertreterin Katja Koch eine Intrige mit dem Ziel gesponnen, ihn aus seiner Position zu verdrängen. Der Machtkampf zwischen den beiden Hauptprotagonisten wird seitens seiner Stellvertreterin mit unsauberen Mitteln geführt. Nötigungen, Lügen, Verdächtigungen und Vertrauensbruch gehören zu ihrem Standardrepertoire.

Regine Schönau, eine andere Abteilungsleiterin, springt ihm helfend zur Seite. Ihre Motive sind anfangs so unklar wie die für Katja Kochs unkollegiales Handeln. Im weiteren Verlauf des Romans wird ersichtlich, dass die Gründe für Frau Schönaus Aktivitäten gegen Frau Koch auch im Unfalltod ihres Ehemanns liegen, in den sowohl Frau Koch als auch Clara Rosenberg, eine weitere Mitarbeiterin des Unternehmens, involviert sind.

Regine Schönau und Jan Mommsen kommen sich während ihrer Gespräche auch emotional immer näher. Mommsen, ein gewöhnlich rational handelnder Mensch, lässt in dieser Situation seinen Gefühlen freien Lauf - beide schlafen miteinander.

Unerwartet und gegen alle planerischen Absichten sowohl von Frau Koch als auch von Frau Schönau kommt es zu einem Feueralarm im Hotel, in dem die Delegierten der Mitarbeiterversammlung untergebracht sind. Asrin Mahmeti und Ralf Schmitz lösen nach dem Genuss von viel zu viel Alkohol und einem wenig erfolgreichen Liebesabenteuer durch Nachlässigkeit einen Zimmerbrand aus. Im Zuge der Evakuierung wird allen Gästen deutlich, dass Manfred Siewers, der Chefbuchhalter der Firma, sich auf Frau Kochs Zimmer befindet. Durch das Feuer und den Qualm wird er eingeschlossen und gerät in Lebensgefahr. Frau Koch, die mit ihm seit drei Jahren eine Affäre hat, lässt ihn im Stich.

In der Nacht erreicht Frau Imke Mommsen Berlin, wo die Mitarbeiterversammlung von MfM stattfindet. Sie hatte im Fernsehen von der entscheidenden Abstimmungsniederlage ihres Mannes gehört und sich spontan entschlossen, ihn in Berlin zu unterstützen. Zusammen mit Regine Schönau und ihrem Mann entwickelt sie das strategische Vorgehen gegen die Absicht, ihren Mann aus gesundheitlichen Gründen zu Fall zu bringen.

Die junge Kollegin Clara Rosenberg ist von Katja Koch zum Joker im Kampf gegen Jan Mommsen bestimmt worden. Doch ihre Skrupel sind stärker als die möglichen Vorteile. Sie wechselt die Seiten und unterstützt ihren Chef. Durch Manipulationen von Informationen seitens Frau Koch wird sie psychisch so stark unter Druck gesetzt, dass sie zusammenbricht und in eine psychiatrische Fachklinik eingewiesen wird. Durch behutsame Gespräche gelingt es dem Arzt der Klinik zu belegen, dass Frau Rosenberg keine Mitschuld am Unfalltod des Ehemanns von Frau Schönau trägt, wie von Frau Koch suggeriert.

Manfred Siewers, die graue Eminenz des Unternehmens, stellt fest, dass sein Leben in eine Sackgasse geraten ist. Nachdem er einen Abschiedsbrief geschrieben hat, nimmt er sich das Leben.

Frau Koch muss mit ansehen, wie ihr Kartenhaus Stück für Stück zusammenfällt. Alle ihre Attacken laufen ins Leere. Ihr letztes Aufbäumen durch eine mit Lügen gespickte Rede ist der verzweifelte, aber untaugliche Versuch, zu retten, was noch zu retten ist.
Der Höhepunkt des Romans stellt die Abschlussrede Jan Mommsens dar. Er ist kritisch genug, eigene Fehler im beruflichen Bereich einzugestehen. Nachdem er den Mut hat, seiner Frau die Wahrheit über seine Affäre mit Regine Schönau zu sagen, scheint einem Neuanfang in der Beziehung zu seiner Frau nichts mehr im Wege zu stehen. Jan Mommsen schafft es in seiner Rede, neben seiner hohen Sachkompetenz endlich auch, die Gefühle der Zuhörenden anzusprechen

Im Roman werden Personen in ihrer Widersprüchlichkeit, mit ihren Stärken und Schwächen, mit ihren Ecken und Kanten, in der ganzen Bandbreite menschlicher Möglichkeiten gezeichnet. Auch die Hauptfigur Jan Mommsen ist in die Reihe derer einzuordnen, die sich in ihrem beruflichen und privaten Handeln ambivalent verhalten. Durch den Wechsel von Para- und Hypotaxen, von Dialogen und gefühlvollen Beschreibungen wird ein hohes Maß an Authentizität, an Spannung und an emotionaler Anteilnahme erreicht. Das Leben ist auf den ersten Blick nicht gerecht. Deshalb gibt es auch kein Happy End für Jan Mommsen und seine Familie und Freunde. Und die meisten Figuren des Romans, die juristische oder moralische Schuld auf sich geladen haben, können mit gesellschaftlichen Mechanismen rechnen, die es ihnen ermöglichen weiterzumachen, als ob nichts geschehen wäre. Der Roman macht deutlich, dass Gefühle viel stärker in unser Alltagshandeln eingreifen als uns Menschen bewusst ist. Wir glauben unreflektiert an die Macht des Verstandes, doch die Macht der Gefühle erweist sich in vielen Situationen und in der Bilanz vieler Biografien als bedeutsamer.


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